Unsere Überzeugungen zur ERP-Transformation 2026

von
Louis Schmidlin
2. Januar 2026
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Branchentrends

KI im ERP

ERP-Strategie

ERP-Transformationen stehen vor einem strukturellen Umbruch. Das Vorgehen der Jahre 2020–2025 mit aufwendiger Bestandsaufnahme, workshopzentrierter Abstimmung, manueller Dokumentation und Schulungen erst am Ende hält dem Druck von 2026 nicht stand: begrenzte Transformationsbudgets, Fachkräftemangel, strengere Compliance-Prüfungen und immer leistungsfähigere KI. Dieser Artikel stellt Qorelos drei Überzeugungen für 2026 vor: wie KI, Governance-Anforderungen und die Wirtschaftlichkeit der Umsetzung SAP- und andere ERP-Programme verändern werden.

Wie KI, Governance-Anforderungen und die Wirtschaftlichkeit der Umsetzung SAP- und andere ERP-Programme verändern werden

ERP-Transformationen stehen vor einem strukturellen Umbruch. Das Vorgehen der Jahre 2020–2025 mit aufwendiger Bestandsaufnahme, workshopzentrierter Abstimmung, manueller Dokumentation und Schulungen erst am Ende hält dem Druck von 2026 nicht stand: begrenzte Transformationsbudgets, Fachkräftemangel, strengere Compliance-Prüfungen und immer leistungsfähigere KI.¹

Dieser Artikel stellt Qorelos drei Überzeugungen für 2026 vor. Wir vertreten die These, dass prüfbare Ergebnisse statt Besprechungen zum zentralen Maß für Fortschritt werden, dass Akzeptanz als messbares betriebliches Ergebnis statt als Schulungsaufgabe behandelt wird und dass die „ERP-Transformation“ zunehmend wie ein kontinuierliches Betriebssystem statt wie ein einmaliges Programm funktioniert. Wir erläutern den theoretischen Hintergrund jeder Überzeugung, warum sich diese Entwicklung unserer Ansicht nach bereits abzeichnet, was sie für Führungskräfte bedeutet und warum Qorelo gezielt für diese Zukunft entwickelt wird.

Einleitung: Warum 2026 anders ist

ERP-Programme waren schon immer komplex, doch früher wurde diese Komplexität „eingepreist“. 2026 ändert sich das. Vorstände und Finanzleitungen finanzieren Transformationsaufwand nicht mehr mit Blankoschecks, sondern bezahlen für Ergebnisse: kürzere Durchlaufzeiten, besseres Betriebskapital, regelkonforme Kontrollen und messbare Akzeptanz. Gleichzeitig hat KI eine Schwelle überschritten: Sie kann zuverlässig strukturierte Ergebnisse aus unstrukturierten Eingaben erzeugen – sofern fachliche Regeln, Governance und Nachvollziehbarkeit den Rahmen setzen.

Unsere Sicht ist einfach: Der Engpass der Transformation liegt nicht mehr in der Konfigurationskapazität. Er liegt im Durchsatz der Bestandsaufnahme und in langsamen Entscheidungen. Erfolgreiche Unternehmen werden 2026 den Weg von den Absichten der Beteiligten zu umsetzungsreifen Artefakten verkürzen – ohne Kontrolle einzubüßen.

Wie diese Überzeugungen entstanden sind

Diese Prognose beruht nicht auf dem Reiz des Neuen, sondern auf wiederkehrenden Mustern, die wir in ERP-Transformationen beobachten:

  1. Wofür die Zeit tatsächlich aufgewendet wird: Konsolidieren, Umschreiben, Abstimmungen nachverfolgen, Workshops wiederholen und zwischen den Phasen verlorenen Kontext rekonstruieren
  2. Wo sich Risiken konzentrieren: Undokumentierte Entscheidungen, unklare Prozessverantwortung, unscharfe Rollen, uneinheitliche Fit/Gap-Begründungen und nicht prüfbare Übergaben
  3. Wo sich der Nutzen verzögert: Bei Akzeptanz und Verhaltensänderung, nicht beim technischen Cutover

Aus diesen Beobachtungen leiten wir drei klare Thesen ab.

Überzeugung 1: ERP-Transformationen werden zunehmend ergebnisbasiert statt nach Tagessätzen vergütet

Theoretischer Rahmen: Transformation als Informationslieferkette

In den meisten ERP-Programmen erzeugt die Bestandsaufnahme „Rohmaterial“, während die Umsetzung „Fertigwaren“ benötigt. Wenn die Umwandlung langsam oder uneinheitlich erfolgt, häufen sich Bestände an, die Nacharbeit nimmt zu und nachgelagerte Umsetzungsschritte verzögern sich.

Die zentrale Konsequenz betrifft das Geschäftsmodell: Sobald Ergebnisse standardisiert, gezählt, geprüft und nachverfolgt werden können, lässt sich die Transformation wie eine Produktion bepreisen – nach geliefertem Nutzen statt nach aufgewendeter Zeit.²

Warum wir davon überzeugt sind

2026 stehen Beratungen vor einer unbequemen Realität: Der Markt ist nicht mehr bereit, einen Aufpreis für bloße „Anwesenheit“ zu zahlen. Er bezahlt für Fortschritt.

  • Die Finanzleitung prüft genauer: Laufende Tagessatzkosten ohne greifbare wöchentliche Ergebnisse lassen sich immer schwerer rechtfertigen
  • Die Umsetzungskapazität ist begrenzt: Fachkräfte sind knapp; die Zeit erfahrener Mitarbeitender in wenig ergiebigen Workshops zu binden, wird wirtschaftlich unvernünftig
  • KI erhöht das erwartete Leistungsniveau: Wenn der Markt weiß, dass die Aufbereitung beschleunigt werden kann, sinkt die Toleranz für langsame manuelle Bearbeitung deutlich
  • Governance verlangt Nachweise: Prüfbarkeit, Nachvollziehbarkeit und Entscheidungsprotokolle werden von einer Zusatzleistung zur Erwartung

Unsere Überzeugung: 2026 wird sich die Vergütung von ERP-Transformationen zunehmend von Tagessätzen bzw. Zeit- und Materialabrechnung zur ergebnisbasierten Preisgestaltung verlagern. Beratungen geraten unmittelbar unter Druck, Qualität und Durchsatz nachzuweisen.

Was „ergebnisbasiert“ in der Praxis bedeutet

Es geht nicht um eine vage „wertorientierte Preisgestaltung“, sondern um konkrete, überprüfbare Vereinbarungen:

  • Festpreis für den Lösungsvorschlag
  • Festpreis je User Story mit vorab definierten Akzeptanzkriterien
  • Festpreis für die Integration eines bestimmten Moduls, abhängig von erfolgreich erreichten Kennzahlen zur Nutzerakzeptanz

Umsetzungsorganisationen müssen Qualität operativ verankern: durch Standardformate, Prüfabläufe, Versionierung und messbaren Durchsatz. Denn diese werden zur Grundlage kommerziellen Vertrauens.

Welchen Beitrag Qorelo leistet

Qorelo ist für eine Welt entwickelt, in der Transformation anhand von Ergebnissen bepreist und gesteuert werden muss. Wir überführen verstreute Informationen aus der Bestandsaufnahme in umsetzungsreife Ergebnisse mit nachvollziehbarem Bezug zu den Quellen. So wird Fortschritt sichtbar und überprüfbar statt nur berichtet.

Überzeugung 2: Explore geht in einem ergebnisorientierten Arbeitsmodell auf

Theoretischer Rahmen: Transformation als Informationslieferkette

In den meisten ERP-Programmen erzeugt die Bestandsaufnahme „Rohmaterial“: Notizen, Transkripte, E-Mails, Geschäftsanforderungsdokumente und Workshop-Ergebnisse. Die Umsetzung benötigt „Fertigwaren“: Anforderungen, Fit/Gap-Entscheidungen, Prozessabläufe, Backlog-Einträge und Testfälle. Das Fehlermuster ist dasselbe wie in jeder Lieferkette: Wer Rohmaterial nicht schnell und konsistent in standardisierte Ergebnisse überführt, häuft Bestände an (Besprechungen), erhöht die Nacharbeit (wiederholte Workshops) und verzögert die Auslieferung (Umsetzung).³

Warum wir davon überzeugt sind

2026 werden die wirtschaftlichen Belastungen der Bestandsaufnahme untragbar:

  • Workshop-Zeit ist teuer: Erfahrene Beteiligte, Berater und Prozessverantwortliche sind eingebunden – dennoch sind die Ergebnisse häufig weder standardisiert noch wiederverwendbar
  • Entscheidungsverzögerungen verstärken sich: Jede Woche Verzögerung bei Fit/Gap und Prozessabstimmung verschiebt Design, Umsetzung, Tests und Akzeptanz
  • Die Aufmerksamkeit der Führung ist begrenzt: Programme, die wiederholte Abstimmungsrituale benötigen, verlieren interne Unterstützung

Unsere klare These: Bis Ende 2026 werden leistungsstarke ERP-Programme Workshops als letztes Mittel statt als Standard behandeln. Sie werden weniger Besprechungen durchführen und zugleich mehr Ergebnisse pro Woche liefern.

Welchen Beitrag Qorelo leistet

Qorelo folgt einem ergebnisorientierten Grundsatz: Verstreute Informationen aus der Bestandsaufnahme werden in umsetzungsreife Ergebnisse überführt, die bis zu ihren Quellen nachvollziehbar sind. Das bedeutet:

  • Transkripte, Besprechungsprotokolle und Dokumente in strukturierte Anforderungen und Entscheidungen überführen
  • Fit/Gap-Protokolle und Zuordnungen auf Grundlage bewährter ERP-Verfahren erstellen
  • Konsistente, überprüfbare und Signavio-/BPMN-fähige Prozessabläufe erzeugen
  • Ergebnisse standardisieren, damit bei der Übergabe von Explore an die Umsetzung nicht alles neu erarbeitet werden muss

Überzeugung 3: KI wird in der ERP-Umsetzung nur unter unternehmenstauglicher Kontrolle zugelassen – und verändert dadurch die Werkzeuglandschaft

Theoretischer Rahmen: KI als reguliertes Produktionssystem

KI ist keine einzelne Funktion, sondern eine Produktionsfähigkeit. Im ERP-Umfeld müssen solche Fähigkeiten die Anforderungen des Unternehmens erfüllen:

  • Grenzen für Datensicherheit und Datenschutz
  • Zugriffskontrollen und das Prinzip der geringsten Rechte
  • Nachvollziehbarkeit und Prüfprotokolle
  • Deterministische Ausgabeformate und Prüfabläufe
  • Versionierung und Governance darüber, „was geändert wurde“ und „warum“

Unternehmen, die KI als kontrolliertes Produktionssystem behandeln, werden sie skalieren. Wer sie als allgemeinen Assistenten behandelt, wird im Experimentierstadium bleiben.⁴

Warum wir davon überzeugt sind

2026 treffen zwei Kräfte aufeinander:

  1. Die Leistungsfähigkeit von KI wächst (insbesondere beim Auswerten unstrukturierter Eingaben und beim Erzeugen strukturierter Artefakte)
  2. Die Governance-Anforderungen steigen (Sicherheit, strengere Beschaffungsprüfungen, Prüfbereitschaft und Modellrisikomanagement)

Unsere klare These: Die erfolgreichste KI im ERP wird nicht das Modell mit den besten Texten sein, sondern das System mit der besten Steuerung: Berechtigungen, Nachvollziehbarkeit, Ausgabestandards, Integration in Umsetzungsabläufe und belastbare Governance.

Welchen Beitrag Qorelo leistet

Qorelo wurde für die Anforderungen der Umsetzung in Unternehmen entwickelt:

  • Strukturierte Ausgaben für ERP-Umsetzungsartefakte wie Anforderungen, Fit/Gap und Prozessabläufe
  • Nachvollziehbarkeit bis zu den Eingaben zur Unterstützung von Reviews und Prüfungen
  • Ein Arbeitsablauf, der mit Governance-Modellen von Beratungen und internen Teams vereinbar ist
  • Integrationsfähigkeit für die Werkzeuge, in denen die eigentliche Arbeit stattfindet: Prozessmodellierung, ALM und Backlogs sowie Wissensspeicher

Was das 2026 für ERP-Verantwortliche bedeutet

Wenn diese Überzeugungen zutreffen, ergeben sich klare praktische Empfehlungen:

  1. Die Bestandsaufnahme als Produktionssystem steuern: Standardergebnisse, Prüfpunkte und Durchsatzziele definieren
  2. Akzeptanz früh messbar machen: Erfolgreiche Akzeptanz anhand betrieblicher Kennzahlen definieren, nicht anhand von Präsentationen
  3. KI nach Governance auswählen, nicht nach Hype: Nachvollziehbarkeit, Standardisierung und Integration in Ihre Umsetzungswerkzeuge verlangen
  4. Den Bestand an Besprechungen reduzieren: Weniger Workshops, mehr Artefakte, schnellere Entscheidungen und engere Rückkopplungsschleifen

Abschließende These

2026 wird als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem ERP-Transformationen nicht mehr vor allem als Koordinationsproblem, sondern zunehmend als Aufgabe der Artefakterstellung und Umsetzung verstanden wurden. Erfolgreiche Unternehmen werden die Absichten ihrer Beteiligten schneller als andere in prüfbare Ergebnisse überführen und Akzeptanz als betrieblichen KPI behandeln statt als nachträgliche Aufgabe. Für diese Zukunft entwickelt Qorelo seine Lösung.

Quellen

  1. Sunyaev, A., et al. (2023). The Future of Enterprise Information Systems. Business & Information Systems Engineering, 65(6), 731. ↩
  2. Nalam, S. M. V. (2025). Event-Driven Architecture: The Backbone of Real-Time Enterprise Integration. International Journal of Computational and Experimental Science and Engineering, 11(4). ↩
  3. Franceschetto, S., et al. (2023). Improving Supply Chain in the Automotive Industry With the Right Bill of Material Configuration. IEEE Engineering Management Review, 51(1), 214. ↩
  4. Navneet, S. K., & Chandra, J. (2025). Rethinking Autonomy: Preventing Failures in AI-Driven Software Engineering. arXiv. ↩

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